Die FARS – was ist das?

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Die Vereinigung der Schweizer Strassenkünste (FARS, Fédération des Arts de la Rue Suisses) wurde durch ein Kollektiv von Künstlern, Organisatoren, Regisseuren und weiteren Akteuren der Strassenkunstszene gegründet.

Ziel der Vereinigung ist es:

  • Die Strassenkünste in der Schweiz fördern, vertreten, unterstützen, entwickeln und sich für deren Anerkennung einsetzen
  • Die Schweizer Strassenkünstler in einem Verband zu vereinen
  • Den Wissensaustausch unter Mitgliedern zu fördern
  • Die Strassenkunst in der Schweiz zu einer stetigen Einrichtung werden lassen
  • Ansprechpartner bezüglich Strassenkünste bei öffentlichen Ämtern werden
  • Die Schweiz in der International Federation for Arts in Public Spaces (IFAPS) vertreten

Entsprechend diesen Richtlinien wurde beschlossen:

  • Dass der gemeinsame Nenner der Strassenkünste bzw. Darstellenden Künste im öffentlichen Raum der öffentliche Raum ist (als Raum zum Spielen und als Schritt zum Publikum)
  • Mitglieder aus den verschiedensten Bereichen aufzunehmen, unter der Bedingung, dass sie eine künstlerische Tätigkeit im öffentlichen Raum ausüben. Sie verdienen damit unser Interesse und sind potentielle Mitglieder der FARS
  • Gegenüber politischem oder religiösem Druck möglichst unabhängig zu bleiben
  • Mit Hilfe der Vereinsmitglieder Vertreter der Künste im öffentlichen Raum in der Schweiz werden

Wir wollen erreichen, dass die Strassenkünste nicht als zusätzliche künstlerische Ausdrucksform, sondern als interdisziplinäre Besonderheit jeder einzelnen existierenden Disziplin anerkannt werden:

  • Lebendige darstellende Künste (Musik, Theater, Tanz, Mimik, Marionetten, …)
  • Visuelle und plastische Künste
  • Performance

Entwicklungsachsen

  • Netzwerk: Ein Verzeichnis der Kunstschaffenden und auch die Gewohnheit entwickeln, in jeder Beziehung unter Festivals und Theater- und Musiksälen, sowie unter Künstlern und öffentlichen Instanzen zusammenzuarbeiten
  • Politische Anerkennung: Vertreter der Strassenszene in der Schweiz (und später im Ausland) werden. Die Mitglieder dabei unterstützen, die Leitung ihrer Companien zu professionalisieren.
  • Wissensvermittlung: Ein materielles und virtuelles Informationszentrum schaffen zur Professionalisierung und Strukturierung der künstlerischen Arbeitsweise und Vermittlung theoretischer Kenntnisse den öffentlichen Raum betreffend
  • Organisationshilfe: Empfang von Strassenkunst-Companien, Organisation eines Festivals im öffentlichen Raum, Schulung für Gemeindeangestellte und Veranstalter, Zuschauer-Schulung
  • Die FARS möchte Brücken zu den übrigen Kulturregionen unseres Landes schlagen, durch Zusammenführen der Künstler und Kunstschaffenden im öffentlichen Raum des Tessins, der deutschsprachigen und rhäto-romanischen Schweiz. Die FARS hat den Ehrgeiz, drei- oder viersprachig zu werden und so alle in der Schweiz im öffentlichen Raum aktiven Künstler zu vertreten.

Mehr Details zu den konkreten Massnahmen um diese Ziele zu verwirklichen, finden Sie im Abschnitt laufende Projekte.

Geschichtliche Übersicht

Ausgehend von der Feststellung, dass in den benachbarten Ländern ein Strassenkunst-Netzwerk existiert, jedoch keines in der Schweiz, bildet das Künstlerkollektiv 2009 eine Vereinigung. Sich treffen, gemeinsame Interessen besprechen, bildete eine erste Etappe. In den folgenden Jahren veranstaltete die FARS mehrere praktische Kurse (für beginnende und bestandene Künstler), insbesondere im Rahmen der Plage des Six Pompes in La Chaux-de-Fonds. 2012 und 2013 übernimmt sie die Organisation der schweizerischen Ausgabe von RueLibre – Internationaler Tag der Strassenkünste, in Zusammenarbeit mit der FFAR (Fédération française des arts de la rue).

Auf internationaler Ebene wurden zwischen 2013 und 2014 Kontakte zu den französischen und deutschen Vereinigungen für Strassenkünste geknüpft, um eine europäische Vereinigung zu bilden, die eine internationale Vernetzung und bessere Sichtbarkeit der Strassenkünste ermöglichen sollte. Die Abstimmung vom 9. April 2014 mindert die Chance der Schweiz, ein vollwertiger politischer Partner zu werden, doch der Wille am Projekt mitzuarbeiten ist stärker: Die FARS wird daran teilnehmen!

Im Februar 2014, mitten im Winter, empfängt eine unabhängige, aus der FARS entstandene Kommission in La Chaux-de-Fonds die FAI-AR (Formation avancée itinérante aux arts de la rue, Marseille). Während 3 Wochen konnten sich die Teilnehmer in Gruppenarbeit unter der Leitung von Schauspielern und professionellen Strassenkünstlern fortbilden und experimentieren.

Der Wille die Strassenkunst in der Schweiz zu professionalisieren, ergänzt diese Bemühungen, und die Beziehungen zur SSA (Société suisse des auteurs) führen zur Schaffung eines Wettbewerbes zur Förderung von Texten für Strassenkünste, mit einem Preis (oder zwei) in Höhe von CHF 8000.-. Die erste Ausgabe des Wettbewerbes fand 2014 statt, die Jury bestand je zur Hälfte aus Mitgliedern der SSA und der FARS.

Ebenfalls 2014 wurden in der Folge von Missverständnissen zwischen schweizerischen Subventionsträgern und Strassenkünstlern, Gespräche zwischen Interessengruppen (atp-ktv, FARS) und subventionierenden Institutionen (Pro Helvetia, SSA, Städtisches Amt für Kultur La Chaux-de-Fonds) aufgenommen und der Beschluss gefasst, ein Kolloquium über Strassenkünste abzuhalten.

Um die Präsenz bei den Mitgliedern und öffentlichen Instanzen zu stärken, und die gesteckten Ziele strukturierter zu verfolgen, stellte die FARS 2016 schliesslich die erste Koordinatorin ein.

Die FARS besteht heute aus etwa 60 Einzelmitgliedern und benutzt jede Gelegenheit, sich weiter zu entwickeln. Die anlässlich der jährlichen Generalversammlung gegebenen Informationen haben es den Mitgliedern ermöglicht:
– Anderen Künstlern zu begegnen, die sie sonst vielleicht nie getroffen hätten, und Gedanken auszutauschen
– Sich über ihre Rechte zu informieren (Arbeit, Sozialleistungen, Mitgliedschaft bei Gewerkschaften, Bildung von Vereinen, Subventionen)
– Projekte zu lancieren oder sich in bestehende zu integrieren
– Hilfeleistung bei Bildung von/Zugang zu Netzwerken

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